Besser verstehen beim Fernsehen: ORF führt neue Tonspur „Klare Sprache“ ein - Thema der Woche
Viele Menschen kennen das Problem: Man sitzt vor dem Fernseher, schaut einen Film oder eine Krimiserie – und ist verstimmt. Weil man die Dialoge kaum versteht. Hintergrundmusik, Geräusche oder leise gesprochene und genuschelte Szenen machen es schwierig, den Inhalt der Handlung zu verfolgen.
Ab September 2026 soll sich das beim ORF verbessern. Der Sender führt eine zusätzliche Tonspur mit dem Namen „Klare Sprache“ ein. Damit sollen Gespräche und Dialoge in Filmen und Fernsehspielen deutlich besser verständlich sein.
Diese Verbesserung geht auf eine Initiative von Heinz K. Becker, Vertreter der älteren Menschen im ORF-Publikumsrat, und mich zurück.
Weniger Hintergrundgeräusche – klarere Stimmen
Die neue Tonspur funktioniert so: Störende Hintergrundgeräusche, Musik und andere akustische Effekte werden reduziert. Dadurch treten die gesprochenen Worte stärker in den Vordergrund.
Die gute Nachricht: Die Funktion soll mit normalen Fernsehgeräten nutzbar sein. Es ist also kein spezielles Gerät nötig.
Warum das so wichtig ist
Studien zeigen, dass viele Menschen mit zunehmendem Alter Schwierigkeiten beim Hören haben. Mehr als ein Viertel der über 50-Jährigen, rund 40 Prozent der über 60-Jährigen und sogar über die Hälfte der über 70-Jährigen sind von Hörbeeinträchtigungen betroffen.
Gerade deshalb ist eine bessere Verständlichkeit im Fernsehen für viele Seniorinnen und Senioren besonders wichtig.
Ein Schritt zu einem "ORF für alle"
Es ist ein wichtiger Schritt, dass der ORF unserer Forderung nachkommt und Dialoge deutlicher und klarer für Seniorinnen und Senioren verständlich sein werden.
Auch Heinz K. Becker sieht darin einen wichtigen Schritt zu einem „ORF für alle“. Er schlägt außerdem vor, internationale Leitfäden zur besseren Sprachverständlichkeit im Fernsehen zu prüfen, damit Dialoge künftig generell klarer produziert werden.
Für viele Fernsehzuschauerinnen und -zuschauer bedeutet diese Neuerung vor allem eines: Kein Ärger mehr, weil sie Gesprächen nicht folgen können. Mehr Freude beim Fernsehen – ohne ständig die Lautstärke erhöhen zu müssen.
Und einmal mehr zeigt sich: Ein hartnäckiger Kampf für die Anliegen von Seniorinnen und Senioren lohnt sich. Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung!
Ihre Ingrid Korosec


