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    Österreichs Arbeitsmarkt in der Schieflage: Ältere werden systematisch ausgeschlossen - Thema der Woche

    2. März 2026

    Während manche Unternehmen zeigen, wie es gehen kann, offenbart ein Blick auf den Arbeitsmarkt Alarmierendes: Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden viel zu oft an den Rand gedrängt – mit massiven Folgen für Betroffene und für den Staat.


    Ein positives Beispiel liefert Canon Medical Systems. Das Medizintechnikunternehmen mit Sitz in Wiener Neudorf und 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde im Vorjahr mit dem „age Award“ ausgezeichnet, weil es gezielt Ältere beschäftigt und fördert. Im Betrieb arbeiten generationsgemischte Teams, es gibt flexible Beschäftigungsmodelle, und Beschäftigte bleiben auch über das Pensionsalter hinaus in Innovationsprozesse eingebunden.

    Leider ist das nicht die Regel – sondern die Ausnahme.

    7.400 Unternehmen ohne eine einzige Person über 60

    Die Realität auf dem Arbeitsmarkt:

    • 30 % der Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten haben niemanden über 60 angestellt.
    • Das betrifft rund 7.400 Betriebe, in denen keine einzige Person über 60 arbeitet (Quelle: AK-Studie zur Älterenbeschäftigung 2024/2025).

    Diese Zahlen spiegeln sich deutlich in der Arbeitslosenstatistik wider:

    • Im Februar waren 112.242 Menschen über 50 arbeitslos.
    • Das ist ein Plusvon 4,3 %gegenüber dem Vorjahr.
    • Ältere sind besonders häufig von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen.

    Besonders dramatisch ist die Situation für Frauen 50+: Ihre Arbeitslosigkeit steigt Monat für Monat weiter an – ein Resultat fehlender alter(n)sgerechter Arbeitsplätze und hartnäckiger Vorurteile gegenüber älteren Frauen.

    Frühzeitiger Ausstieg kostet Milliarden


    Derzeit wechseln rund 18 % der 55- bis 64-Jährigen aus Arbeitslosigkeit oder Krankenstand in die Pension. Das bedeutet: keine Sozialversicherungsbeiträge mehr, gleichzeitig volle Leistungsansprüche.

    Die Erwerbslücke kostet den Staat viel Geld:

    • 3 Milliarden Euro für Arbeitslosenunterstützung & Co.
    • Weitere 3 Milliarden Euro an entgangenen Einnahmen

    Insgesamt entsteht eine finanzielle Lücke von etwa 6 Milliarden Euro pro Jahr!

    Das Paradoxon: Fachkräftemangel beklagen – aber erfahrene Arbeitskräfte kündigen oder gar nicht erst einstellen.

    Die menschliche Dimension


    Neben den wirtschaftlichen Folgen wiegt die menschliche Dimension schwer: Absagen, fehlende Rückmeldungen und das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, belasten viele Betroffene massiv. Dabei sind ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein wertvoller Expertenpool. Berufserfahrung ist kein Auslaufmodell – sie ist ein Standortvorteil.

    Schulterschluss ist nötig

    Ich fordere erneut einen sozialpartnerschaftlichen Schulterschluss zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern und dem Staat für mehr alter(n)sgerechte Arbeitsplätze: gezielte Weiterbildungsoffensiven, betriebliche Gesundheitsförderung, ein Bonus-Malus-System für Betriebe, das die Beschäftigung Älterer fördert und systematische Ausgrenzung sanktioniert.

    Schluss mit ideologischen Debatten

    Wenn das faktische Pensionsantrittsalter steigen soll, dann müssen Menschen auch die Chance haben, bis zum gesetzlichen zu arbeiten. Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, das Potenzial der Generation 50+ brachliegen zu lassen – weder menschlich noch ökonomisch. Die Zeit der Lippenbekenntnisse muss vorbei sein. Wir brauchen Taten!

    PS: Fujio Mitarai zieht sich mit seinen 90 Jahren als Präsident des Weltkonzerns Canon zurück. Nachfolgen wird ihm sein Stellvertreter. Dieser ist 67.

    Ihre Ingrid Korosec

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