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    Erfahrung nutzen statt verlieren: Neue Wege für ältere Arbeitnehmerinnen - Thema der Woche

    21. April 2026

    Bei der aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nach dem ersten Quartal 2026 zeigt sich ein klares Bild: Es gibt Fortschritte – aber auch große Herausforderungen für Frauen ab 50.

    Mehr Frauen bleiben im Job


    Durch das steigende Pensionsantrittsalter arbeiten heute deutlich mehr Frauen länger als noch vor wenigen Jahren. Besonders bei den 60- und 61-Jährigen ist die Zahl der Beschäftigten stark gestiegen – sie hat sich seit 2024 nahezu verdoppelt. Auch mehr Frauen sind selbstständig tätig. Viele Frauen wollen und können also länger im Berufsleben bleiben.

    Aber: Die Arbeitslosigkeit steigt mit


    Gleichzeitig sehe ich eine Entwicklung, die mir Sorgen macht. Die Arbeitslosigkeit bei Frauen in diesem Alter ist stark gestiegen – in manchen Gruppen sogar um ein Vielfaches. Auch die Arbeitslosenquote hat sich deutlich erhöht. Das bedeutet: Während einige Frauen länger beschäftigt sind, finden andere keinen Arbeitsplatz mehr.

    Ein wachsendes Problem: lange Arbeitslosigkeit


    Besonders kritisch ist für mich die Dauer der Arbeitslosigkeit. Viele Frauen bleiben heute deutlich länger ohne Job als noch vor kurzer Zeit. Das ist nicht nur für die Betroffenen belastend. Es ist auch ein Problem für unsere Wirtschaft und unser Sozialsystem, weil wertvolle Erfahrung verloren geht.

    Was jetzt entscheidend ist


    Wenn wir wollen, dass Arbeiten bis zur Pension gut möglich ist, dann müssen wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.
    Dazu gehören:

    • gezielte Weiterbildung, vor allem im digitalen Bereich
    • flexible Arbeitszeiten und Arbeitsmodelle
    • gesunde und altersgerechte Arbeitsplätze
    • mehr Unterstützung für Arbeitnehmerinnen und Betriebe

    Ein „Schulterschluss" zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern und dem Staat ist dringend nötig. Alle drei tragen zum Erfolg bei, alle drei tragen Verantwortung.

    Bei den Unternehmen braucht es den Willen und die Bereitschaft, ältere Arbeitnehmer so lange wie möglich in den Betrieben zu halten. Sie müssen älteren Frauen echte Chancen geben.

    Die Qualifikation ist wichtig, nicht das Alter. Sollte sich die Lage in dem Bereich nicht verbessern, sind zusätzliche Maßnahmen nötig. Einen Hebel sehe ich etwa in der Arbeitslosenversicherung: Die Unternehmen, die positiv agieren, sollten einen Bonus bekommen. Jene, die das nicht tun, einen Malus.

    Das Älterenbeschäftigungspaket der Bundesregierung begrüße ich.

    Besonders freut mich, dass freiwilliges Arbeiten in der Pension mit einem Freibetrag von 15.000 Euro pro Jahr und dem Wegfall der Dienstnehmerbeiträge zur Pensionsversicherung ab 1. Jänner 2027 attraktiver wird. Das bedeutet: mehr Netto vom Brutto. Dafür habe ich mich lange und intensiv eingesetzt.

    Im Begutachtungsverfahren muss aber nachgebessert werden: Frauen, die heute schon in Pension sind oder unmittelbar davorstehen, haben durch Kindererziehung, Angehörigenpflege und fehlende gesellschaftliche Akzeptanz für berufstätige Frauen Versicherungszeiten verloren, die ihnen nun für den Freibetrag fehlen.

    Ich versichere Ihnen: Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass Frauen ab 50 faire Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben – mit Respekt, Sicherheit und Perspektiven.

    Ihre Ingrid Korosec

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