Seniorenpaket zur Stärkung digitaler Fitness - Thema der Woche
Digitalisierung bringt viele Vorteile – gerade auch für ältere Menschen. Sie erleichtert den Alltag, spart Wege und eröffnet neue Möglichkeiten, von Kommunikation bis zu Amtswegen.
Herausforderungen in der Praxis
Die Realität ist aber noch nicht überall dort, wo sie sein sollte. Viele Anwendungen sind nicht ausreichend benutzerfreundlich. Und rund 30 Prozent der Seniorinnen und Senioren sind noch nicht „digital fit“ im Sinne einer sicheren und selbstständigen Nutzung.
Mehr Nutzerfreundlichkeit durch Realitätschecks
Daher sind Verbesserungen nötig: Anwendungen müssen einfacher und praxistauglicher werden. Wichtig ist dabei, sie vorab mit jenen Menschen zu testen, die sie nutzen sollen. Solche „Realitätschecks“ mit Seniorinnen und Senioren helfen, Probleme früh zu erkennen und langfristig Kosten zu sparen.
Fördern statt überfordern
Ebenso gilt: Fördern statt überfordern. Nicht die älteren Menschen sind das Problem, sondern oft die unzureichend durchdachte Umsetzung digitaler Anwendungen. Viele wollen digitale Angebote nutzen, scheitern aber an der Praxis. Es ist auch Verständnis dafür nötig, dass neue Systeme Zeit brauchen, um zu wachsen und besser zu werden.
Staatssekretär Alexander Pröll setzt mit dem Seniorenrat nun einen Schwerpunkt für Seniorinnen und Senioren in diesem Bereich.
Aktionstage zur Unterstützung bei ID Austria
Ein wichtiger Teil sind die Aktionstage in der ID Austria Servicestelle in Wien. Ich freue mich sehr, dass es diesen Testlauf im Mai gibt (7., 21. und 28.). Dort erhalten Bürgerinnen und Bürger persönliche Unterstützung bei der Nutzung digitaler Verwaltungsservices – insbesondere bei der Registrierung, Fertigstellung und Anwendung der ID Austria.
Flächendeckende Unterstützung in Gemeinden nötig
Ziel muss aber sein, dass die Unterstützung bei der Installation der ID Austria nicht nur in Wien, sondern in allen 2.092 Gemeinden Österreichs möglich ist – aktuell ist das bereits in rund 1.450 Gemeinden der Fall. Gemeinden tragen hier große Verantwortung, die sie auch wahrnehmen müssen.
Digi-Dolmetscher als lokale Hilfe
Das gilt ebenso für allgemeine Hilfestellungen rund um Digitalisierung: In etwa 1.500 Gemeinden gibt es bereits „Digi-Dolmetscher“. Auch hier ist mein klarer Wunsch, dass dieses Angebot flächendeckend in allen Gemeinden verfügbar wird.
Kostenlose Workshops: „Digital Überall“
Ein weiterer Baustein sind die kostenlosen Workshops im Rahmen der Initiative „Digital Überall“. Bundesweit sind bereits 6.000 Kurse umgesetzt – mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist über 55 Jahre alt.
Lernen auf Augenhöhe
Ziel ist, dass digital fitte Seniorinnen und Senioren ihr Wissen an weniger fitte weitergeben. Das hat den Vorteil, dass man auf Augenhöhe spricht und Probleme besser versteht.
Generationen verbinden: #GemeinsamDigital
Sehr positiv sehe ich auch die Aktion #GemeinsamDigital, bei der Schülerinnen und Schüler Seniorinnen und Senioren bei digitalen Anwendungen unterstützen. Das stärkt nicht nur Kompetenzen, sondern auch das gegenseitige Verständnis zwischen den Generationen.
Digitalisierung mit Wahlfreiheit
Die Digitalisierung ist gekommen, um zu bleiben. Viele Seniorinnen und Senioren wollen und sollen am digitalen Leben teilnehmen – und dafür müssen sie die passenden Chancen bekommen, durch Schulungen und Hilfestellung.
Eines bleibt für mich aber klar: Es muss immer Wahlfreiheit geben – analog UND digital.
Ihre Ingrid Korosec


