Achtung Internet: Seien sie wachsam! - Thema der Woche
Immer mehr Internet-Betrug in Österreich – das bestätigt nun auch der erste offizielle Phishing-Bericht zu diesem Thema. Die Zahlen zeigen: Die Fälle häufen sich, die Schäden werden größer - und besonders ältere Menschen geraten immer häufiger in das Visier der Betrüger.
717 dokumentierte Fälle seit 2023
Seit Jänner 2023 wurden insgesamt 717 Phishing-Fälle dokumentiert. Die Täter arbeiten meist mit täuschend echten SMS, WhatsApp-Nachrichten oder gefälschten Bank-Mitteilungen. Ein falscher Link, ein Moment der Unachtsamkeit – und innerhalb weniger Minuten ist das Konto leer. Im Durchschnitt verlieren Betroffene rund 4.333 Euro, in besonders schweren Fällen sogar mehr als 20.000 Euro.
Frauen und Menschen über 50 besonders betroffen
Besonders alarmierend ist das Opferprofil: Die Mehrheit der Betroffenen ist weiblich, viele Opfer sind über 50 Jahre alt. Betrüger setzen gezielt auf Angst, Zeitdruck und Verunsicherung. Gerade ältere Menschen werden häufig unter Druck gesetzt. Aus Scham suchen viele danach nicht Hilfe oder erstatten Anzeige.
So können sich ältere Menschen schützen
Umso wichtiger ist es, sich vor Internet-Betrug zu schützen. Expertinnen und Experten empfehlen älteren Menschen besonders folgende Maßnahmen:
• Niemals auf Links in SMS oder WhatsApp-Nachrichten klicken, wenn diese angeblich von Banken oder Behörden stammen.
• Bankdaten, Passwörter oder TAN-Codes niemals telefonisch weitergeben. Seriöse Banken fragen solche Daten niemals ab.
• Bei Unsicherheit immer direkt bei der eigenen Bank anrufen – aber ausschließlich über die offizielle Telefonnummer.
• Nachrichten genau prüfen: Rechtschreibfehler, ungewöhnliche Formulierungen oder Zeitdruck sind oft Warnzeichen für Betrug.
• Regelmäßig Passwörter ändern und sichere Passwörter verwenden. Kein „123456789" oder andere leicht zu knackende Kombinationen!
• Angehörige oder Vertrauenspersonen um Hilfe bitten, bevor persönliche Daten eingegeben werden.
• Sicherheitsupdates auf Handy und Computer regelmäßig durchführen.
Ombudsstelle holte bereits 1,5 Millionen Euro zurück
Der Bericht zeigt aber auch, dass sich Gegenwehr lohnt. Die Ombudsstelle für Zahlungsprobleme, die seit 2023 vom Ministerium betrieben wird, konnte bereits vielen Menschen helfen. In zwei von drei Fällen erhielten Betroffene Geld zurück. Insgesamt wurden rund 1,5 Millionen Euro für Opfer zurückgeholt. In 363 Fällen kam es zu Einigungen – davon 305 außergerichtlich und 58 durch Klagen des Vereins für Konsumenteninformation (VKI).
Laut Gesetz haften Banken bei nicht autorisierten Zahlungen. Viele Betroffene wissen das nicht - und verzichten deshalb auf ihre Rechte. Hier ist mehr Information nötig!
Wachsamkeit bleibt der beste Schutz
Der Bericht macht deutlich: Internetbetrug kann jede und jeden treffen. Umso wichtiger sind Wachsamkeit, Aufklärung und schnelle Hilfe für Betroffene.
Ihre Ingrid Korosec


